Firmenbesuch beim Zwickauer Unternehmen Bornit

Vor einigen Tagen habe ich das Zwickauer Unternehmen Bornit besucht. Besonders interessiert hat mich dabei, ob es Engpässe bei der Lieferung der benötigten Rohstoffe gibt. Bornit-Geschäftsführer Frank Metzner bestätigte mir leider meine Ahnung. Bereits Anfang dieses Jahres sei es zu einem plötzlichen Ausfall von Rohstofflieferungen –  das Unternehmen stellt u.a. Bitumen-Dachbahnen, verschiedene Kleber für die Baubranche, Fugenbänder und Gussasphalt her – gekommen.

Die Ware hing zum Teil in chinesischen Häfen fest und auch von der Havarie im Suezkanal, bei der sich ein Containerschiff festgefahren hatte, war die Zwickauer Firma betroffen. So musste der Bornit-Geschäftsführer vom Drei-Schicht-System auf ein Zwei-Schicht-System herunterfahren. Zu kämpfen hat das Unternehmen, wie aktuell andere Branchen auch, mit massiven Preissteigerungen. Für die Rohstoffe seien mitunter Preiseanstiege bis zu 30 Prozent zu verzeichnen. Sorgen bereitet dem Geschäftsführer zudem fehlendes Personal. Händeringend sucht er Mitarbeiter für die Produktion. Zudem habe sich für das jetzt begonnene Ausbildungsjahr kein/e Auszubildende/r finden lassen. Meiner Meinung nach ist unser Landkreis und auch die Stadt Zwickau zu sehr auf die Automobilindustrie fixiert. Diese forcierte Monostruktur kann zum Handicap werden für die vielen Unternehmen, die in anderen Branchen als dem Automobilsektor aktiv sind. Angesprochen habe ich auch das Thema Energiekosten. Die Preise dafür dürfen nicht  bis ins Unendliche hochgetrieben werden. Die EEG-Umlage sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden. Geschäftsführer Metzner blickt trotz allen aktuellen Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. So soll noch in diesem Jahr eine Anlage für eine neue Mischtechnik installiert werden.