Firmenbesuch bei BORNIT in Zwickau

Mitte November habe ich die Firma Bornit in Zwickau besucht. Auf dem rund  50.000 Quadratmeter großen Firmengelände werden Produkte u.a. für den Tief- und Hochbau hergestellt, beispielsweise Fugenbänder für den Straßenbau oder Kleber für Dacharbeiten oder Kellerabdichtungen. Die Firma stellt pro Jahr u.a. rund 20.000 Tonnen Bitumen her. Exportiert werden die Bornit-Produkte in über 30 Länder, 44% der Gesamtproduktion gehen in den Export, der große Rest ist im Fachhandel erhältlich. 


Es ist bemerkenswert, dass dieses mittelständige Unternehmen mit seinen fast 70 Mitarbeitern – unbemerkt von vielen Menschen, die jeden Tag auf der Reichenbacher Straße an dieser Firma vorbeifahren – weit über Zwickau hinaus eine erhebliche Bedeutung auf dem internationalen Bauchemie-Markt hat. Und das abseits vom Automobilsektor. Wir brauchen mehr von solchen Firmen. Bornit gehört zu einigen wenigen Unternehmen in der Region Südwestsachsen, die es seit mehr als 150 Jahren gibt. Die Zwickauer Firma hat viele politische und wirtschaftliche Wirrungen überstanden und arbeitet auch heute noch erfolgreich. Damit das so bleibt wurde in diesem Jahr eine Millionen-Investition eingeweiht, eine 350 Kubikmeter große Tankanlage, die als neue Lagermöglichkeit für kaltflüssige Bitumenanstriche genutzt wird. 
Geschäftsführer Frank Metzner und Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie e.V., haben in unserem Gespräch außerdem verdeutlicht, wohin eine Überregulierung durch neue Normen führen kann: einerseits zu verschlechterten Wettbewerbspositionen und andererseits bis hin zur Existenzbedrohung. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille: So sollen zahlreiche EU-Vorschriften für Produkte der Bauchemie verschärft werden, doch diese verursachen zum Teil enorme Kosten für die Unternehmen, z.B. neu geregelte Produktkennzeichnungen, die die Unternehmen umsetzen müssen. Meines Erachtens wirken viele der z.T. undurchsichtigen Regelungen unmittelbar betriebsstörend. Und das, was die EU verlangt, schlägt sich wiederum in nationalen neuen Regelungen nieder. Dabei wird oft vergessen, etwas Wichtiges zu berechnen: die Folgekosten, die die Normen verursachen. Getragen werden müssen sie am Ende von den betroffenen Unternehmen.