Vor Ort unterwegs: Automobilzulieferer HBPO

Wie sind Zulieferer-Firmen für den Automobilbau in Zeiten der Corona-Krise über die Runden gekommen, wie läuft die Produktion aktuell und welche Einschnitte gab es, diesen und einigen Fragen mehr bin ich bei meinem Besuch der im Meeraner Gewerbegebiet ansässigen Firma HBPO nachgegangen. Freundlich empfangen hat mich dort Geschäftsführer Heiko Stengel. 

Produziert werden am Meeraner Standort des weltweit tätigen Unternehmens sogenannte Frontend-Module, u.a. für verschiedene VW-Modelle (ID.3, eGolf) sowie Porsche und Mercedes. HBPO mit seinen weltweit 30 Standorten ist Weltmarktführer in diesem Produktbereich. Das Werk in Meerane ist der einzige Standort im Osten Deutschlands und beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter. Und auch sie mussten während der Corona-Krise pausieren. Sechs Wochen lang war es in den Produktionshallen ruhig. Inzwischen ist die Produktion wieder angelaufen und Werkleiter Heiko Stengel schaut optimistisch auf die kommenden Monate. Die Umstellung des VW-Konzerns auf Elektroantrieb in Fahrzeugen, die in Zwickau produziert werde, hat HBPO Meerane keine Sorgen bereitet. „Unsere Module sind glücklicherweise antriebstechnisch unabhängig“, sagt Heiko Stengel. Dennoch übte er auch Kritik hinsichtlich der forcierten E-Mobilität. Die Region habe die Chance verpasst, zur E-Modell-Region zu werden. Die aktuelle Infrastruktur könne den Anforderungen der E-Mobilität derzeit nicht standhalten. 

Ich bin beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das auch Eigenentwicklungen hervorbringt. Das Werk in Meerane ist gut gerüstet für die Umstellung der Moseler VW-Produktion auf Elektromobile, auch in E-Fahrzeugen werden die Frontend-Module benötigt, denn sie sind unabhängig von der Antriebstechnik.