Wozu heute noch an den 18. März 1848 erinnern?

Am 18. März jährt sich der Tag der „Märzrevolution“ in Berlin zum 171. Mal. Die FDP erinnert dazu an die Bedeutung der Freiheitsbestrebungen von Liberalen und Demokraten in über 170 Jahren.
Das Gedenken an den 18. März 1848 als dem Tag, an dem die Hoffnung, einen deutschen Verfassungsstaat zu erreichen, auf den Barrikaden in Berlin niedergemacht wurde, umfasst auch den Gedanken daran, welche Zeit und welche Anstrengungen nötig waren, um ein vereintes, demokratisches Deutschland zu erreichen.
Am 18. März 1848 hatte sich das Volk in Berlin vor dem Schloss friedlich versammelt, um König Friedrich-Wilhelm IV. für seine Ankündigung zu danken, nun in Beratungen zur Verabschiedung einer Verfassung und zur Bildung eines deutschen Bundesstaates einzutreten.

Ob mit Absicht oder durch Verkettung unglücklicher Umstände, es lässt sich nicht mehr genau klären warum aus dem aufmarschierten Militär ohne ersichtlichen Grund Schüsse fielen. Das Volk antwortete hierauf mit bewaffnetem Widerstand und dem Bau von Barrikaden in der ganzen Stadt, über denen oft die schwarz-rot-goldene Fahne wehte. Das Militär antwortete seinerseits mit Gewalt – die Kämpfe dauerten bis zum nächsten Morgen. Das Militär siegte, die Berliner trugen vier Tage später 200 Opfer zu Grabe, die meisten auf dem Friedhof Friedrichshain. Der Traum von einem deutschen Verfassungsstaat war kurze Zeit danach endgültig zerstört, die Restauration setzte sich durch– für wie lange, ahnte niemand.

Es sollte über einhundert Jahre dauern bis vor 70 Jahren, am 23.Mai 1949 mit dem Grundgesetz eine deutsche Verfassung verabschiedet wurde, die sich als beständig erweisen sollte. In den fast einhundert Jahren zuvor waren Millionen Menschen überall in Europa gewaltsam gestorben.

Die deutsche Einheit wurde nach dem zweiten Weltkrieg erst 1990 wieder erreicht, die ersten freien Wahlen zur – letzten – Volkskammer der DDR fanden am 18. März statt.
Gerade jetzt, wenn solche Stimmen laut werden, die Verfassungsrechte unter Vorbehalte stellen oder sich offen zu illiberalen und undemokratischen Systemen bekennen, ist das Erinnern an die Toten vom 18. März 1848 in Berlin geboten, ja notwendig. Das Ringen um Demokratie und die Verfassung hört nicht auf, es liegt an uns sie zu verteidigen. Wenn wir früh genug damit beginnen, müssen wir dazu auch nicht auf die Barrikaden.

Bildquelle: Quelle: picture-alliance / akg-images/akg-images

 

 

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