Gehörlosenzentrum bekommt unabhängige Beratungsstelle

Zwickau, 23. Mai 2018. Ganz gleich, welches Handicap die Betroffenen haben: Der Verein Gehörlosenzentrum Zwickau will künftig mittels einer unabhängigen Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung oder von Behinderung Bedrohter Ansprechpartner sein.

Der Meeraner FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Jürgen Martens hat sich über das neue Angebot des inzwischen seit 25 Jahren existierenden Vereins informieren lassen.
Die Beratungsstelle wird – vorerst als Projekt bis 31. Dezember 2020 – unter dem Titel „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ (EUT) mit rund 276.570 Euro durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Dennoch hat René Biela, Geschäftsführer des Gehörlosenzentrums Zwickau, die Nachhaltigkeit im Blick. „Natürlich wollen wir über den Förderzeitraum hinaus dieses Angebot aufrechterhalten, es soll sich etablieren“, sagt er. Das Personal solle langfristig gebunden werden, das mache den Verein aus, so Biela.
Seit Kurzem liegt ihm der Fördermittelbescheid für das EUT-Projekt vor. Geld fließt freilich so schnell noch nicht. „Erst einmal müssen wir in Vorleistung gehen und die Beratungsstelle an unserem Vereinssitz hier in Zwickau-Planitz aufbauen. Das Projekt ist ergebnisabhängig“, sagt der Geschäftsführer. Er hat geplant, zwei Mitarbeiter für die EUT-Stelle einzustellen. Eine Mitarbeiterin hat bereits vor wenigen Tagen ihren neuen Job angetreten. Für die zweite Stelle läuft derzeit die Ausschreibung. Und da es ein niederschwelliges Leistungsangebot sein soll, legt Geschäftsführer Biela Wert darauf, dass die beiden neuen Mitarbeiter selbst ein Handicap haben. „Wenn ein Beratung Suchender auf ein Gegenüber auf Augenhöhe trifft, gibt es keine mentalen Barrieren“, weiß Biela.
MdB Dr. Jürgen Martens (FDP): „Ich freue mich sehr, dass das Gehörlosenzentrum Zwickau sich um dieses Projekt beworben und letzten Endes den Zuschlag bekommen hat. Es ist wichtig, dass es ein solch niederschwelliges Angebot gibt. Vor allem sollte es auch Ausstrahlung auf die ländlichen Räume hier im Landkreis Zwickau haben. Die Betroffenen sollten sich trotz des sperrigen Begriffs ,Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung‘ nicht scheuen, dieses kostenlose Angebot anzunehmen.“ Spiele es doch dabei eine große Rolle, ob das Gegenüber überhaupt nachvollziehen kann, was es heißt, eine Behinderung zu haben und welche Probleme das mit sich bringt. „Und das ist mit den Beratern, die ebenfalls ein Handicap haben, gegeben“, sagt Martens.
In den nächsten Wochen soll die Beratungsstelle aufgebaut werden. Dafür werden Räume eingerichtet, die auch für Rollstuhlfahrer ohne weiteres erreichbar sind. René Biela plant, die Beratungsstelle im Sommer dieses Jahres zu eröffnen. MdB Dr. Jürgen Martens wird sich darüber laufend unterrichten.
Der Verein Gehörlosenzentrum Zwickau hat seinen Sitz in Zwickau-Planitz an der Ebersbrunner Straße. Zu seinen Standbeinen gehören neben der jetzt einzurichtenden EUT-Stelle zudem die Beratungsstelle für Hörgeschädigte, der Integrationsfachdienst Zwickau, die Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache und die Begegnungsstätte für Hörgeschädigte.

Zum Artikel der Freien Presse

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